Zeit und Ewigkeit

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Zeit - heutzutage einer der Aspekte um die sich die zivilisierte Welt dreht. Jeder ist abhängig von ihr und keiner hat genug davon. Die heutige Gesellschaft hängt an ihrer Vergangenheit in und alles arbeitet für ein Glücklichsein irgendwann in der Zukunft. Doch was ist das: "Zeit"?




                  Tenerife, Islas Canarias

Begriffs-Versuche

Unser zentriertes Bewusstsein versucht, "Ewigkeit" als endloses Zeitkontinuum zu betrachten, also ein endloses "Vorher" und ein ebenso endloses "Nachher" mit einem winzigen Punkt dazwischen namens "Jetzt".

Wir haben den Tag auf einem Zifferblatt in Zonen unterteilt um dem Tag Struktur zu verleihen; ebenso tun wir das mit den Monaten und Jahren. Der Augenblick schein ewig, doch wenn wir zurückblicken ist alles rasend schnell vergangen. Die Zeit lässt sich weder festhalten noch aufhalten.










Grenzen - Grenzenlosigkeit

Für den Verstand ist "Ewigkeit" und "Zeitlosigkeit" nicht fassbar, da er darauf angelegt ist, in Grenzen zu denken. Deshalb ist es ihm schwerlich möglich, Grenzenlosigkeit ohne Anfang und ohne Ende zu erfassen. Der Verstand, das Werkzeug unseres zentrierten Bewusstseins ist dennoch ein wichtiges Werkzeug zur Wahrnehmung und Bewusstseins-Erschaffung, denn erst die Zentrierung, also die Fokusierung auf einen Punkt oder Ausschnitt macht Bewusstseins-Erfahrung möglich.
Durch das Punktsetzen, also das Sich-Trennen aus dem Gesamten, schafft ein Subjekt, ein erkennendes Subjekt, dass nun etwas aus dem betrachten kann, von dem es sich nun herausgestellt hat, es wählt oder "erschafft" sich einen anderen Punkt. Der eine Punkt (das erkennende Subjekt) betrachtet nun einen anderen Punkt (das erkannte Objekt). Beide Punkte (von unendlich vielen Punkten) sind gleichzeitig existent. Und natürlich stehen die Punkte in Wechselwirkung miteinander; so ist jeder Punkt auch möglicherweise erkennendes Subjekt und gleichzeitig erkanntes Objekt des anderen Punktes. Die Illusion der Zeit entsteht in der Bewegung von Punkt zu Punkt im unendlichen, zeitlosen, ewigen Kontinuum; also wenn ein zentriertes Bewusstsein auf einen Objekt des Betrachtens zubewegt. Die Punkte existieren ja gleichzeitig, aber wir benötigen Zeit um uns von "da" nach "dort" zu bewegen, obwohl "da" und "dort" gleichzeitig sind, wo sie sind.


Vergangenheit - Gegenwart - Zukunft

Jetzt werden Einige sagen: "ja, aber, wir haben hier doch Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft". Diese Realität hat etwas mit unserer Wahrnehmung und des Wahrnehmenden in uns, unser zentriertes Bewusstsein zu tun. Unsere Dimension der Materie, das ständige Werden und Vergehen, ist eine Dimension von vielen, vielen Punkten, wie die Pixel eines Bildes. Das zentrierte Bewusstsein nimmt immer nur Ausschnitte war und entdeckt einzelne Pixel. Die Pixel, die es entdeckt hat, benennt es "Vergangenheit", die Pixel, die es gerade entdeckt, nennt es "jetzt" und die Pixel, die es noch entdecken wird, nennt es "Zukunft"; und doch sind alle Pixel des Bildes gleichzeitig vorhanden.


Jetzt werden Einige weiter sagen: "wir haben hier dennoch Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft". Dazu sage ich: der Verstand, das Werkzeug kann Ewigkeit und Zeitlosigkeit nicht wirklich erfassen; jedoch kann er in Analogien solche Dinge begreifen. Nehmt den Verstand also nicht so arg ernst. Er ist ein super Werkzeug zu Erfassung der Welt der Dinge, zum Managen des Lebens hier auf der Erde, zum Einkaufen gehen, Pläne machen, Autofahren. Aber er ist nur ein Werkzeug; und er ist nicht alles, was wir sind. Nehmt alles nicht so ernst, nehmt es mit Humor. Benutze den Verstand zum leben, erfahren und wahrnehmen, aber lass nicht zu, das der Verstand Dich am leben hindert.


Verstand und Bewusstsein

Jetzt werden Einige sagen: "ich kann doch nicht einfach darauf los leben. Wenn das jeder machen würde, das wäre doch ein einziges Chaos!". Der Verstand ist ein Werkzeug des Bewusstseins. Jeder von uns ist Bewusstsein; wahrnehmendes Wesen. Das heisst, wenn wir Verstand und Bewusstsein in einer brauchbaren Agenda zusammenführen, dient der Verstand dem Leben, dem Erkennen und dem ständigen Bewusstwerdungsprozess; das heisst, dass wir den Verstand dazu verwenden können, immer wieder unser Handeln und unsere Motivation hinter unserem Handeln zu beobachten. Auch unser Handeln in Bezug auf unser Umfeld und unsere Mitmenschen. Um auf die Metapher mit dem Bild aus vielen Pixeln zurückzugreifen, sind wir alle Teil des gleichen Bildes. Kein Pixel ist schlechter oder besser als das Andere. Es wird nur "schlecht", wenn das Pixel vergisst, dass es zum gesamten Bild gehört. Es deswegen zu eliminieren würde ein Teil des Bildes zerstören. Dieser Weg funktioniert also nicht. Es geht also nicht darum, einfach rücksichtslos drauf los zu leben, sondern das Leben in Bewusstsein des Miteinanders zu gestalten.


Die Ewigkeit des Seins

Ich erachte es als sinnvoll, das Bewusstsein über die Ewigkeit des Seins in unser Leben einzubinden. Es macht uns bewusst, dass jeder Moment einmalig ist und dass das Jetzt jetzt passiert; es im Grunde das Wichtigste ist, was in unserem Leben passiert. Unsere gefühlte Vergangenheit hat unser Jetzt-Erleben geformt. Unsere zukünftigen Jetzt-Momente werden von unserem Jetzt-Erleben geformt; und zwar von dem, was wir glauben und fühlen. Leben wir im Jetzt-Moment in Angst, dann kreieren wir diese Angst in unsere zukünftigen Jetzt-Momente. Das bedeutet, dass wir dem Jetzt-Erleben näher sind, wenn wir das Nagen der Vergangenheit loslassen und je bewusster, liebevoller und angstfreier wir unser Jetzt-Erleben gestalten, desto liebevoller und angstfreier werden unsere zukünftigen Jetzt-Momente. Eine fatale Fehleinschätzung ist, Glück und Freude als Zukunftsziel zu setzen, denn das Leben findet immer im Jetzt statt. Das Jetzt ist der Punkt, an dem wir Ewigkeit und Zeitlosigkeit in einem Punkt spüren können.





Text von Christian Malzahn

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