Krieg und Frieden

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Seit Jahrtausenden wird unsere Entwicklung von Krieg und Gewalt begleitet. Stämme und Völker kamen, expandierten, eroberten die Welt und waren dann wieder verschwunden. Von Einigen wissen wir, anhand von Funden und Hinterlassenschaften; von Anderen haben wir keine Ahnung, dass sie es je gegeben hat. Unsere heutigen ethischen und moralischen Ansichten haben nicht dazu geführt, uns eine friedliche Welt zu bescheren; weder untereinander, noch in Bezug auf unseren Umgang mit unserer Umwelt, dem Planeten, auf dem wir leben. Das, was wir heute "Frieden" nennen, sind eher fragile Waffenstillstände, denn wirklicher und wahrer Friede.




Panzer

Um was geht es?

Die Entwicklung unserer Zivilisation ist begleitet von Auseinandersetzungen, blutigen Kämpfen um Territorium, Eroberungen, Verteidigung, Unterwerfung, Raubbau von Bodenschätzen. Diejenigen, die mehr Nahrung und Ressourcen zur Verfügung hatten, die über besser entwickelte Rüstung und Taktiken verfügten; konnten für einige Zeit die Oberhand halten, jedoch nie dauerhaft, denn es kam immer irgendwann Andere, die noch " besser" waren und dann die Macht an sich rissen.

Wenn wir uns heute umsehen, hat sich nicht viel daran geändert. Es geht bei den Konflikten und Auseinandersetzungen immer noch um Ressourcen, Macht, Land, Besitz und nicht zu vergessen, die religiösen Motivationen.








Jedes Gewehr, jede Kriegshandlung und jede Rakete ist letztendlich ein Diebstahl an jenen, die hungern, die frieren und nichts zu anziehen haben. Die bewaffnete Welt verschwendet nicht nur Geld. Sie verschwendet den Schweiß ihrer Arbeiter, das Genie ihrer Wissenschaftler, die Hoffnung ihrer Kinder.

U.S. Präsident Eisenhower, 16. April 1953




Das Leben und Funktionalität

Diese Welt, die wir hier leben, ist die Ebene des Relativen. Wir erleben Krieg und Frieden als Polaritäten. Es zeigt unseren derzeitigen kollektiven Seinszustand auf. Das Erleben der unvereinigten Form der Gegensätze gehört zum Entwicklungsprozess. Dies gibt uns die Möglichkeit, Erfahrungen zu sammeln., wie etwas in Bezug auf das Ziel, auf welches wir uns ausrichten, funktioniert, bzw, nicht funktioniert; mit anderen Worten: die Erfahrung der Funktionalität. Es sind nicht die kurzfristigen Errungenschaften, die uns weiter bringen, sondern jene, die langfristig auf Achtsamkeit, Respekt und Miteinander ausgerichtet sind. Das, was nicht funktioniert, hat nur kurzen Bestand.


Das Leben ist auf Funktionieren ausgelegt und das Leben ist bestrebt, auch mit den widrigsten Umständen einen Weg zum Überleben zu finden. Die "widrigen Umstände" sind Bestandteil des Lebensprozesses. Zu diesen widrigen Umständen zähle ich auch unsere destruktive Einstellung zum Leben und zur Schöpfung und der daraus folgenden Handelsweise. Wir hauen mit unserer Art und Weise unserer derzeitigen Vorstellungen dem Leben dermaßen "auf die Mütze" und trotzdem sind wir in dieser Form immer noch am Leben; für mich ein Zeichen, dass noch Hoffnung ist; aber wir sind gefordert, uns zu entscheiden, ob wir in unserer Form überleben wollen oder nicht.


In Bezug darauf, wo wir kollektiv mit unserem egoistischen Zerstörungswahn und der damit zusammenhängenden Gewaltbereitschaft stehen, stellt sich die Frage, ob wir so überhaupt noch überlebensfähig sein können. Der Weg in die Selbstzerstörung ist derzeit noch ungebremst. Wir müssten wissen: was langfristig sich als nicht funktional erweist, hat keinen Bestand. Wir sind derzeit immer noch dabei, unseren Lebensraum zu zerstören, durch Gewalt und maßlosen Raubbau; und wir haben uns ein Waffenarsenal angesammelt, mit welchem wir unsere Welt mehrfach vernichten können. Der Ruf nach positiver Veränderung und wirklichen Frieden wird immer lauter. Der wache Geist schlägt Alarm, doch aus irgendwelchen Gründen schafften wir es bisher nicht, den globalen Frieden zu schaffen. Solange wir als Kollektiv in alten und eingefahrenen Gedanken-Konstrukten feststecken, kommen wir nicht weiter. Doch es besteht noch Hoffnung, denn die Anzahl derer, die "wach" werden, wächst.


Darum geht es: wenn wir überleben wollen und eine wirkliche Veränderung herbeiführen wollen, müssen wir überprüfen, inwieweit unsere Glaubensvorstellungen und die daraus folgenden Handlungen in Bezug auf das Ziel, welches wir haben, funktionieren; bzw. nicht funktionieren. Unser Seins-Zustand resultiert aus unseren jeweiligen Glaubensvorstellungen, wir sind das, an was wir glauben und auch das, was wir glauben zu sein.
Die Frage beginnt sich zu stellen: wie können wir in Zukunft das Überleben der derzeitigen Lebensformen sicherstellen, einschließlich der Spezies Mensch? Unsere aktuelle Lebensweise vernichtet nicht das Leben an sich; jedoch die Lebensformen so wie wir sie kennen. Daraus lässt sich erschließen: wenn wir überleben wollen, sollten wir überprüfen, inwieweit wir unser Handeln, unsere Glaubensvorstellungen und somit auch unseren Seins-Zustand umstellen müssen, um nicht weiter den Weg der Vernichtung und Selbstvernichtung zu beschreiten und inwieweit wir unser Handeln derart zu verändern haben, um als Spezies mitsamt unserer gewohnten Lebensformen weiter bestehen zu bleiben. Es ist eine Frage der Funktionalität unseres Handelns in Bezug auf das, was wir erreichen wollen.


Gewalttätigkeit

Weder ist Gewalttätigkeit von Natur aus Bestandteil des Menschen, noch ist das Leben ist seiner Natur nach gewalttätig. Zwischen den Folgeerscheinungen natürlicher Begebenheiten und den unmittelbaren Folgen einer bewussten Schöpfung besteht ein großer Unterschied. Mit Gewalt auf einen menschlichen Umstand zu reagieren ist entweder eine unbewusste Reaktion, oder aber Mittel zum Durchsetzen von Macht. Es ist zu unterscheiden zwischen den instinkthaften Reaktionen und bewusster Reaktion. Das Tier handelt aus seinem Instinkt heraus. Der Mensch jedoch, er ist jenes Lebewesen hier auf Erden, dass sich durch Bewusstsein und Selbstreflektion definiert. Bisher ist noch keine weitere irdische Spezies entdeckt worden, die dazu ebenso in der Lage wäre. Das Leben definiert sich hier auf mannigfaltige Weise. Alles hier ist Manifestation und Ausdruck von Leben in verschiedenen Bewusstseinsstufen.


Das Leben ist funktional ausgelegt; das ist seine Natur. Die Art und Weise, wie wir Dinge im Leben betrachten, das ist unsere Bewertung und die Bedeutung, die wir den Aspekten des Lebens zuordnen. Bedeutung und Bewertung sind Konstrukte des menschlichen Geistes. Aus diesen Konstrukten schöpfen wir unsere Vorstellungen von Glauben, Rechtbewusstsein, Moral und Ethik. Diese wiederum bestimmen die Richtlinien unseres Handelns. Diese Konstrukte sind nicht statisch; im Gegenteil; sie sind regional unterschiedlich und verändern sich im Laufe der Zeiten stetig. So findet Bewusstseinsentwicklung und Wachstum statt. Auch das ist Leben.


Erste Schritte zum Frieden

Das derzeitige So-Sein der Welt anzunehmen, wie sie ist, das ist wichtig. Es gibt Gewalt und Krieg, es verletzen sich Menschen gegenseitig, es töten sich Menschen gegenseitig aus den verschiedensten Gründen. An der Natur wird Raubbau betrieben, die Atmosphäre verseucht und die Nahrung vergiftet. Wir müssen dieses So-Sein akzeptieren. Das ist der Ausgangspunkt. Das ist die Welt. Zu akzeptieren heißt, dass man begreift, dass es so wie es ist, gültig ist, auch wenn man es nicht unbedingt mag. Es gilt, zu beobachten und zu erkennen, was uns zu diesen Zustand gebracht hat und das alle Wege, die wir bisher ausprobiert haben, zu keinem nennenswerten funktionierenden Ergebnis geführt haben. Die Welt, das sind die Menschen auf der Erde, mit ihrem Unglück und ihren Problemen. Das ist aber nicht die Erde; sie ist Leben in Ausführung. Die Erde überlebt diese Welt.


Zu den Wegen, die bisher begangen wurden, gehören elitären Vorstellungen, Glauben, Nationalismus, Rache und Vergeltung, Belohnen und Bestrafen, Ansichten von Getrenntsein von anderen Menschen, Ansichten das Getrenntsein von dem, was man für "Gott" oder "göttlich" hält; dass zu wenig für Alle da ist, dass das Denken gleich sein muss; dass Andersdenkende schlecht sind; dass Leben begrenzt und endlich ist; dass es Stärkeres und Schwächeres gibt.


Neue Wege sind das Wissen, dass wir alle Teile eines Ganzen sind; dass wir all das, was wir Anderen und Anderem antun, uns selbst antun; das wir die Erde verwalten, jedoch nicht besitzen; dass für jeden genug da ist; dass das Leben grenzenlos, ohne Anfang und Ende ist; dass das Leben sich durch unermessliche Vielfalt zum Ausdruck bringt; dass wir nicht wirklich getrennt voneinander sind; auch nicht von dem, was wir für "Gott" oder "göttlich" halten und das wir in unserer Vielfalt Ausdruck von Einem sind, so wie die Tropfen den Ozean bilden.



Bergsee

Wege zu wirklichem Frieden und Liebe

Wir sind so konditioniert, dass wir meinen, wenn wir etwas verändern wollen, allein unser Handeln brächte gewünschte Veränderungen. Unser Tun entspringt immer aus dem, was wir über die Welt und die Dinge glauben. Deshalb ist es so wichtig, dass wir unsere Vorstellungen und Glaubensansichten überprüfen und verändern. Aus dieser Veränderung heraus können wir in Aktion treten und so auch das "Außen" verändern. Unser Absicht und unser Tun müssen miteinander korrespondieren.

Dafür müssen wir über unsere Absichten und Handlungsweisen im Klaren sein.









Flucht oder bewusste Entscheidung?

Der Unterschied zwischen "Wegsehen/Ignorieren/Weglaufen/Flüchten" und der bewussten Entscheidung, bestimmten Dingen und Aspekten keine Energie mehr zu geben, liegt darin, dass beim Wegsehen/Ignorieren/Weglaufen/Flüchten die Angst die Antriebsfeder ist. Im Gegensatz dazu besteht bei der bewussten Entscheidung aus dem Entschluss heraus, angstfrei jenem Aspekt keine emotionale Energie mehr zu geben. Solange wir aber im Bekämpfen eines Aspektes verweilen, geben wir dem Unerwünschten weiter Aufmerksamkeit und Energie. Sind wir aber in der Lage, etwas stehen zu lassen wie es ist und es nicht mehr emotional zu füttern, haben wir Kraft und Energie, uns Alternativen und neuen Ideen zu widmen und diese zu fördern. Jemand, der dazu nicht in der Lage ist, dem empfehle ich wärmstens Schattenarbeit an sich selbst.


Friede beginnt in einem selbst

Um friedvoll zu handeln, ist es wichtig, dass wir selbst in Frieden sind. Viele tun friedvoll, sind es aber nicht. Friedvoll tun heißt noch lange nicht, friedvoll zu sein. Basiert unser Handeln nur als Reaktion auf das, was von Außen auf uns einwirkt, so hat jenes Außen Macht auf uns; nicht wir auf das Außen. Gegen Frieden kämpfen, das ist paradox. Man kann nicht um Frieden kämpfen, denn Kampf ist niemals friedlich. Im Frieden sein bedeutet, Mittel des Friedens anzuwenden.


N.D. Walsch sagt dazu: "wir sind nicht in Frieden, wenn wir für Frieden kämpfen; vielmehr lässt der Unfrieden (Un-zu-Frieden-heit) in uns als Reaktion auf den Unfrieden im Außen uns um das kämpfen, was wir nicht haben und nicht sind; wären wir in Frieden, würden wir wissen, dass Kampf in Bezug auf die Wahl des Friedens nicht funktioniert....
Frieden und Liebe ist ein Seinszustand. Ein Seinszustand ist nicht die Folge eines Tuns; vielmehr ist er eine Wahl, eine Entscheidung, von Frieden und Liebe herzukommen, statt zu versuchen, zu ihnen zu gelangen. So verlegen wir die Quelle dessen, was wir wünschen, in unser Inneres, statt sie im Außen anzusiedeln. Durch die Wahl eines Seinszustands von Frieden und Liebe verlagern wir Frieden und Liebe in unser Inneres, statt es im Außen zu suchen. So verliert die äußere Welt an Macht über uns, aber innerer Friede wiederum hat Auswirkung auf die äußere Welt. Die Wahl des Seinszustands setzt Inneres nach Außen frei und ersetzt den Seinszustand als Reaktion auf das, was von Außen auf uns zukommt."



Das ist die wahre Bedeutung von "wahrer Frieden kommt von Innen".


Jede Handlung und jede Äußerung, welche Liebe und Friede zum Ausdruck bringt, und somit in jener Liebe und Frieden geschieht, hat unmittelbare Auswirkung auf uns, unser Erleben und auf unsere Außenwelt. Es ist äußerst kraftvoll, mehr als wir meinen. Es ist wichtig, dass wir uns der Verantwortlichkeit bewusst sind in Bezug auf das, was wir denken und zum Ausdruck bringen; denn das, was wir denken, wird zu unserem Handeln. Was wir gesät haben, ernten wir.


Friede sei mit Euch!





Text zusammengestellt von Christian Malzahn


Inhalte und Passagen dieses Textes zitieren und reflektieren sich aus den GmG-Büchern von N.D.Walsch.





Buchtipps zum Thema:



cover   Neue Offenbarungen, Neale Donald Walsch

cover   Unser ausgebrannter Planet, Thom Hartmann

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